Ausland

Trips für jedes Zeitbudget

Lesedauer: 6 min

Auslandserfahrungen sind wertvoll. Ganz unabhängig davon, ob du nur wenige Wochen oder ein ganzes Jahr die Welt entdeckst. Wir haben für jede Dauer ein paar gute Ideen. Was passt zu dir?

Ein Artikel von Nina Probst

Ab auf die Farm
Bei Work-and-Travel kannst du dir oft sogar aussuchen, mit welchen Tieren du arbeitest.
© iStockphoto
Ab auf die Farm Ab auf die Farm
Sprachkurse, Freiwilligenprojekte, Summercamp

Kurztrip in den Sommerferien

Wer nur wenige Wochen ins Ausland möchte, hat drei gute Möglichkeiten: kurze Freiwilligenprojekte, Summercamps oder Sprachreisen. In einem Intensiv-Sprachkurs kannst du schon in kurzer Zeit dein Sprachniveau deutlich verbessern. Immerhin ist Sprachenlernen für 83 Prozent der Jugendlichen ein wichtiger Grund für ihren Auslandsaufenthalt. Auch für Marie Tremel (21). Sie hat nach dem Abi für zwei Monate eine Sprachschule in Marseille besucht und ohne Vorkenntnisse Französisch gelernt. „Nur, wenn man die Sprache spricht, kann man wirklich in die Kultur eintauchen. Ich konnte mich schon nach vier Wochen gut verständigen und habe Land und Leute in kurzer Zeit kennengelernt.“ Auch Freiwilligenprojekte suchen schon ab zwei Wochen Engagierte, die etwa Tiere pflegen oder an ökologischen Projekten mitwirken. Und wer sich lieber ein Taschengeld dazuverdienen will, betreut in Summercamps Kinder – etwa in Spanien, Italien oder Portugal.

Vorbereitungszeit: Für diese Kurztrips solltest du dich ungefähr drei bis vier Monate vorher anmelden. Bei kurzen Reisen bieten sich vor allem europäische Länder an.

Sommer-Au-pair, Praktika

Zwischen Abitur und Studienstart

Du willst nach dem Abi direkt studieren, aber trotzdem ins Ausland? Kein Problem. Sommer-Au-pairs sind eine tolle Gelegenheit, in kurzer Zeit Traditionen und Alltag in einem anderen Land kennenzulernen. Jana Riedmaier (24) berät bei active abroad Jugendliche, die ins Ausland gehen möchten. Sie sagt: „Sommer-Au-pairs werden häufig in Ländern wie Spanien oder Italien angeboten, in denen die Sommerferien oft bis zu zwölf Wochen dauern. Schon innerhalb von zwei Monaten kann man als Au-pair den Alltag der Familie miterleben.“ Wenn du lieber schon erste Berufserfahrung sammeln willst, bieten sich auch Praktika im Ausland an.

Vorbereitungszeit: Sommer-Au-pairs klappen oft spontan noch einen Monat vorher. Für Praktika reicht das meist nicht – bewirb dich rund sechs Monate vor Beginn.

Work-and-Travel

Ein Wartesemester überbrücken

Du kannst dein Wunschstudium erst im Frühjahr statt im Herbst starten? Wartesemester überbrücken rund 25 Prozent der Abiturienten am liebsten im Ausland. Wer sechs Monate Zeit hat, kann über Work and Travel nachdenken – die meistgewählte Option unter allen Auslandsaufenthalten. „Da man in den beliebten Work-and-Travel-Ländern wie Neuseeland, Kanada und Australien häufig nur einmal im Leben ein entsprechendes Visum bekommt, lohnt sich der Aufenthalt dort erst ab mehreren Monaten“, weiß Jana. Dasselbe gilt für Ranch- und Farmarbeit, bei der du für längere Zeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb aushilfst. Ob mit Pferden, Lamas oder Rindern – du hast oft die Wahl, mit welchen Tieren du arbeiten möchtest.

Vorbereitungszeit: Den Work-and-Travel-Aufenthalt kannst du vor Ort flexibel gestalten. Lediglich für Visum und Flug brauchst du etwas Vorbereitungszeit. In Kanada werden nur rund 4.500 Arbeitsvisa pro Jahr vergeben. In Australien und Neuseeland ist die Anzahl unbegrenzt.

Au-pair

Eine Auszeit nehmen

Abgesehen von der Sommer-Variante sind Au-pair-Programme häufig für einen längeren Zeitraum ausgelegt: Zwei Drittel der Au-pairs bleiben zwischen zehn Monaten und einem Jahr bei ihren Gastfamilien – so wie Erik Matterei (19). Zehn Monate lebte er in einer Familie in Sydney: „Ich wollte nach der Schule unbedingt etwas ganz Neues erleben und andere Teile der Welt sehen. Außerdem brauchte ich eine Pause vom Lernen. In den zehn Monaten hatte ich genügend Zeit, um Essen, Freizeitaktivitäten und Landschaft in Australien zu erkunden – und mein Englisch zu verbessern.“ Neben Australien zählen auch Großbritannien, Frankreich, Spanien oder Neuseeland zu den beliebtesten Zielländern. Wer überlegt, ein Au-pair in den USA zu machen, muss mindestens ein Jahr einplanen; so gibt es das Visum vor. Immer beliebter werden laut Jana Demi-pair-Aufenthalte: „Die Kombination aus Sprachschule und Aufenthalt in der Gastfamilie ist total im Kommen. Die Teilnehmer können ihr Sprachniveau dabei ziemlich gut ausbauen. Ich selbst habe in nur drei Monaten mein Spanisch vom Anfänger- auf das Fort- geschrittenen-Niveau verbessert.“

Vorbereitungszeit: Viele Gastfamilien suchen etwa sechs Monate vorher nach Au-Pairs. Melde dich frühzeitig bei den Agenturen an, um eine geeignete Familie zu finden.