Ausbildung

Zukunft aus dem Reagenzglas

Lesedauer: 5 min

Forschen, analysieren, prüfen: Laboranten haben vielfältige, verantwortungsvolle Aufgaben und entwickeln die Zukunft mit. Dabei benötigen sie fundiertes Wissen aus Chemie, Physik und Mathematik. Wo Genauigkeit und analytisches Denken auf Innovation treffen, entstehen unsere Produkte von morgen. Wir stellen vier Berufsfelder vor.


Die Mischung macht's
Die Mischung macht's
Um den richtigen Beruf zu finden, sollten die Zutaten dafür stimmen.
© shutterstock.com/Gorbash Varvara
Die Mischung macht's
© shutterstock.com/Gorbash Varvara
Um den richtigen Beruf zu finden, sollten die Zutaten dafür stimmen.
Die Mischung macht's

Milchwirtschaftlicher Laborant

Für eine optimale Qualität

Bis 2030 steigt die weltweite Nachfrage für Milchprodukte um bis zu 35 Prozent, schätzen Experten. Milchwirtschaftliche Laboranten untersuchen und analysieren Lebensmittelproben, damit Verbraucher nur qualitativ einwandfreie Produkte erhalten, die sie bedenkenlos genießen können.

Das bietet die Ausbildung
  • Verantwortung: Beim Umgang mit Lebensmitteln ist Hygiene ein absolutes Muss. Als milchwirtschaftlicher Laborant hast du die Aufgabe, den gesamten Herstellungsprozess zu überwachen und sicherzustellen, dass alles sauber zugeht.
  • Perspektiven: Nachdem du deine Ausbildung in der Tasche hast, bist du nicht nur bei Molkereien, sondern in der gesamten lebensmittelverarbeitenden Industrie und sogar in der Pharmabranche gefragt.
  • Entwicklungschancen: Nach zwei Jahren Berufserfahrung kannst du dich zum Labormeister weiterbilden, Führungsaufgaben übernehmen und sogar Nachwuchskräfte ausbilden.

Textillaborant

Für das Wohlbefinden

In der Textilbranche sind in Deutschland rund 135.000 Menschen beschäftigt. Und das nicht nur im Bereich Mode. Vor allem smarte High-tech-Textilien, zum Beispiel für intelligente Autositze oder auch temperaturregulierende Funktionskleidung, sind in Zukunft gefragt. Damit ist die Textilindustrie eine der innovativsten Branchen überhaupt.

Das bietet die Ausbildung
  • Verantwortung: Du sicherst die Qualität der verwendeten Materialien und sorgst dafür, dass sie keine gesundheitsschädlichen Rückstände und Chemikalien enthalten. Bei technischen Textilien kommt es vor allem darauf an, dass sie hohen Belastungen standhalten.
  • Perspektiven: Neben der Modebranche sind deine Fähigkeiten überall dort gefragt, wo qualitativ hochwertige Textilien im Einsatz sind – zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt oder auch in der Automobil-Branche.
  • Entwicklungschancen: Nach einer erfolgreichen Ausbildung kannst du dich zum Industriemeister weiterbilden. Ein Studium in Textil- und Bekleidungstechnik liefert dir zusätzlich das technische Know-how, um selbst innovative Textilien zu entwickeln.

Biologielaborant

Für die Umwelt

Biologielaboranten untersuchen die Zellen von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen und bereiten die Ergebnisse für die Forschung auf. Die Erkenntnisse werden etwa genutzt, um umweltschonende Pflanzenschutzmittel zu entwickeln oder die Nebenwirkung von Medikamenten zu reduzieren.

Das bietet die Ausbildung
  • Verantwortung: Als Biologielaborant musst du dafür sorgen, dass Versuche sachgerecht durchgeführt und genau dokumentiert werden. Der gewissenhafte Umgang mit Versuchstieren liegt auch in deinem Aufgabenfeld.
  • Perspektiven: Deine Kenntnisse sind in der Forschung, der Medizin sowie im öffentlichen Gesundheitswesen gefragt. Die Einsatzgebiete für Biologielaboranten sind vielfältig und reichen von Biotechnologie bis hin zu Kosmetika. 
  • Entwicklungschancen: Nach drei Jahren Berufserfahrung kannst du dich zum Labor- oder Biotechniker weiterbilden. Nach bestandener Prüfung darfst du dann selbst entscheiden, welche Geräte bei Versuchen verwendet werden.

Pharmakant

Für die Gesundheit

Krankheiten erforschen und Medikamente herstellen: Mitarbeiter der Pharmabranche übernehmen einen wichtigen Part für die Zukunft. Deutschlandweit wird in keiner anderen Branche so viel geforscht wie hier. 

Das bietet die Ausbildung
  • Verantwortung: Du stellst Medikamente her, die anderen helfen, gesund zu werden. Außerdem bist du dafür verantwortlich, dass Arzneimittel eine optimale Qualität haben, sicher verpackt sind und korrekt gelagert werden. 
  • Perspektiven: Als Pharmakant arbeitest du etwa in Chemieunternehmen oder in der pharmazeutischen Industrie. Hier ist die Zahl der Mitarbeiter seit 2011 um elf Prozent gewachsen; deine Berufsaussichten sind also sehr gut.
  • Entwicklungschancen: Wenn du an deine Ausbildung ein Pharmaziestudium anschließt, kannst du deine Kenntnisse mit Wissen aus den Bereichen Biotechnologie, Verfahrenstechnik sowie Qualitätskontrolle erweitern. Nach dem Studium bist du Ingenieur für Pharmatechnik und damit qualifiziert für Führungsaufgaben.
Die Autorin
Kristina Stinner

Sie schreibt über die Themen Gesundheit, Lernen und Digitalisierung. In Siegen hat Kristina Germanistik, Anglistik und Psychologie studiert. In ihrer Freizeit liest, wandert und kocht sie gerne.